Zahnpflege beim Hund

  • Isabel Scheu
  • 05.10.2024
  • Pflege

Zahnpflege beim Hund: Warum sie so wichtig ist und wie du sie richtig machst

Die Zahnpflege beim Hund ist ein oft unterschätzter, aber extrem wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge. Zahnprobleme bei Hunden sind weit verbreitet und können ohne Behandlung nicht nur zu Zahnschmerzen, sondern auch zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. In diesem Ratgeber erfährst du, warum Zahnpflege so wichtig ist, wie du richtig vorgehst und woran du Zahnprobleme bei deinem Hund erkennst.

Warum ist Zahnpflege beim Hund wichtig?

Die Zähne deines Hundes spielen eine entscheidende Rolle beim Fressen, Kauen und sogar beim Spielen. Ohne regelmäßige Zahnpflege kann es zur Bildung von Plaque, Zahnstein und schmerzhaften Entzündungen kommen. Diese können im schlimmsten Fall die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen.

Mögliche gesundheitliche Folgen mangelnder Zahnhygiene

  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Entsteht durch Plaque und führt zu Rötung und Schwellung des Zahnfleischs.
  • Parodontitis: Eine fortgeschrittene Entzündung, die das Zahnbett schädigt und Zahnverlust verursachen kann.
  • Mundgeruch: Ein häufiges Symptom bei schlechter Mundhygiene und Zahnsteinbildung.
  • Schmerzen beim Kauen: Dein Hund kann das Fressen verweigern oder nur einseitig kauen.
  • Systemische Erkrankungen: Bakterien aus dem Maul können Organe wie Herz oder Nieren schädigen.

Wie oft solltest du deinem Hund die Zähne putzen?

Die ideale Zahnpflege beim Hund erfolgt täglich. Ist das nicht möglich, solltest du zumindest mehrmals pro Woche zur Hundezahnbürste greifen. Zusätzlich sind regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt notwendig, um Zahnstein oder Entzündungen frühzeitig zu erkennen.

Richtige Technik: So putzt du deinem Hund die Zähne

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Gewöhnung: Lass deinen Hund sich an Berührungen im Maulbereich gewöhnen. Nutze Leckerlis zur positiven Verstärkung.
  2. Hundezahnpasta: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen. Nutze spezielle Hundezahnpasta mit fleischigem Geschmack.
  3. Hundezahnbürste: Nutze eine Hundezahnbürste oder Fingerzahnbürste. Beginne mit kurzen Putzsitzungen.
  4. Zähneputzen: Hebe die Lefzen an und putze in kleinen kreisenden Bewegungen die äußeren Zahnflächen.
  5. Belohnung: Lobe und belohne deinen Hund nach jeder erfolgreichen Einheit.

Alternative Zahnpflege-Möglichkeiten

Wenn dein Hund das klassische Zähneputzen nicht akzeptiert, kannst du auf alternative Methoden zurückgreifen:

  • Zahnpflege-Kaustangen: Speziell entwickelt, um mechanisch Plaque zu entfernen.
  • Zahnpflege-Spielzeuge: Fördern den Speichelfluss und reinigen beim Kauen die Zahnoberflächen.
  • Zahnpflege-Gel oder Spray: Einfach anzuwenden und hilft, Bakterien im Maul zu reduzieren.
  • Spezielle Trockenfutter: Zahnpflege-Diäten können Plaque-Bildung durch spezielle Krokettenform verhindern.

Regelmäßige Zahnkontrolle beim Tierarzt

Auch bei guter häuslicher Zahnpflege ist eine professionelle Zahnreinigung beim Hund alle 1–2 Jahre sinnvoll. Dabei entfernt der Tierarzt Zahnstein und prüft, ob es versteckte Entzündungen oder Zahnwurzelschäden gibt. In vielen Fällen wird die Behandlung unter leichter Narkose durchgeführt.

Woran erkennst du Zahnprobleme beim Hund?

Folgende Symptome können auf Zahnprobleme hinweisen:

  • Mundgeruch (Halitosis)
  • Zahnfleischbluten oder -rötung
  • Zahnsteinbildung
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Schwierigkeiten beim Kauen
  • Widerwillen beim Maulöffnen oder Zähneputzen
  • Verändertes Fressverhalten

Tipp: Wenn dein Hund eines oder mehrere dieser Anzeichen zeigt, suche einen Tierarzt auf.

Vorbeugung ist die beste Zahnpflege

  • tägliches Zähneputzen: Am effektivsten gegen Plaque und Zahnstein.
  • Gesunde Ernährung: Trockenfutter mit Zahnpflegefunktion oder spezielle Diäten können helfen.
  • Geeignete Kauartikel: Achte auf Qualität und die richtige Größe.
  • Regelmäßige Tierarztbesuche: Frühzeitiges Erkennen beugt teuren Behandlungen vor.

Häufige Mythen über Zahnpflege beim Hund

  • „Trockenfutter reicht zur Zahnpflege“: Falsch – nur Zähneputzen entfernt effektiv Plaque.
  • „Hunde brauchen keine Zahnpflege“: Zahnprobleme sind bei Hunden sehr häufig und sollten nicht ignoriert werden.
  • „Mundgeruch ist normal“: Dauerhafter Mundgeruch deutet meist auf Zahnprobleme hin.
  • „Ältere Hunde brauchen keine Zahnpflege mehr“: Gerade Senioren haben oft Zahnerkrankungen und benötigen besondere Pflege.

Fazit: Zahnpflege ist Gesundheitspflege

Die Zahnpflege beim Hund ist keine Option, sondern ein Muss. Mit täglichem Zähneputzen, geeigneten Produkten zur Unterstützung und regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen kannst du Zahnerkrankungen vorbeugen und die Lebensqualität deines Hundes deutlich verbessern. Dein Vierbeiner wird es dir mit einem gesunden Maul, mehr Lebensfreude und einem langen Leben danken!

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