Sandmücke und Herzwürmer

  • Isabel Scheu
  • 11.03.2025
  • Parasiten

Sandmücken und Herzwürmer: Gefahr für Hunde im Urlaub

Urlaub mit dem Hund in südlichen Ländern oder tropischen Regionen bringt nicht nur Entspannung, sondern auch neue Gesundheitsrisiken mit sich. Eine der größten Gefahren für Hunde in diesen Gebieten sind Sandmücken und die von ihnen übertragenen Herzwürmer. Diese Parasiten können lebensbedrohliche Krankheiten verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. In diesem Beitrag erklären wir, wie Herzwürmer durch Sandmücken übertragen werden, welche Symptome sie verursachen und welche Vorsichtsmaßnahmen Hundebesitzer im Urlaub ergreifen sollten.

Was sind Herzwürmer?

Herzwürmer (Dirofilaria immitis) sind parasitäre Fadenwürmer, die das Herz und die Lunge von Hunden befallen. Sie werden durch den Stich infizierter Mücken, insbesondere Sandmücken, übertragen. Die Larven der Herzwürmer entwickeln sich im Körper des Hundes zu ausgewachsenen Würmern, die bis zu 30 Zentimeter lang werden können. Ein schwerer Befall kann tödlich sein, da die Würmer die Blutgefäße verstopfen und die Herzfunktion beeinträchtigen.

Wie werden Herzwürmer durch Sandmücken übertragen?

Der Übertragungsprozess von Herzwürmern ist komplex und erfolgt in mehreren Schritten:

  • Infektion der Mücke: Eine Sandmücke infiziert sich, wenn sie das Blut eines infizierten Tieres saugt, das Mikrofilarien (die Larvenform der Herzwürmer) im Blut hat.
  • Entwicklung in der Mücke: Die Mikrofilarien entwickeln sich innerhalb von 10 bis 14 Tagen in der Mücke zu infektiösen Larven.
  • Übertragung auf den Hund: Beim Stich der Mücke gelangen die infektiösen Larven in die Haut des Hundes. Von dort wandern sie durch den Blutkreislauf ins Herz und in die Lunge, wo sie zu ausgewachsenen Würmern heranwachsen.

In welchen Regionen ist das Risiko besonders hoch?

Herzwürmer kommen vor allem in wärmeren Klimazonen vor, darunter:

  • Südeuropa (z. B. Italien, Spanien, Griechenland)
  • Tropische und subtropische Regionen (z. B. Südamerika, Südostasien)
  • Teile der USA und Nordafrika

In diesen Regionen ist das Risiko besonders hoch, da Sandmücken in warmem Klima ideale Lebensbedingungen finden.

Welche Symptome verursachen Herzwürmer?

Ein Befall mit Herzwürmern kann zunächst symptomlos verlaufen. Mit der Zeit können jedoch folgende Anzeichen auftreten:

  • Chronischer Husten
  • Schnelle Erschöpfung oder Atemnot, besonders nach Anstrengung
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • In schweren Fällen Herzversagen oder plötzlicher Tod

Wie kann man Herzwürmern im Urlaub vorbeugen?

Vorbeugung ist der beste Schutz vor Herzwürmern. Hier sind einige Maßnahmen, die Hundebesitzer ergreifen sollten:

1. Vor der Reise: Tierarztbesuch

Sprich mit deinem Tierarzt über die geplante Reisedestination. Er kann dir geeignete Schutzmaßnahmen empfehlen, wie:

  • Prophylaktische Medikamente: Diese verhindern, dass sich die Larven der Herzwürmer im Körper des Hundes entwickeln.
  • Impfungen oder Spot-ons: Einige Präparate schützen vor Sandmückenstichen und damit vor der Übertragung.
2. Während der Reise: Schutz vor Sandmücken

Da Sandmücken besonders in der Dämmerung und Nacht aktiv sind, ist es wichtig, deinen Hund in dieser Zeit zu schützen:

  • Haltet euch in den Abendstunden möglichst drinnen oder in gut geschützten Bereichen auf.
  • Verwende Insektenschutzmittel, die speziell für Hunde zugelassen sind.
  • Nutzt Moskitonetze, um Schlafbereiche mückenfrei zu halten.
3. Nach der Reise: Gesundheitscheck

Lass deinen Hund nach der Rückkehr von einem Tierarzt untersuchen, besonders wenn er in ein Hochrisikogebiet gereist ist. Ein Bluttest kann mögliche Infektionen mit Herzwürmern frühzeitig erkennen.

Wie wird ein Herzwurmbefall behandelt?

Ein Herzwurmbefall ist schwierig zu behandeln und erfordert eine intensive tierärztliche Betreuung. Die Behandlung erfolgt in der Regel in mehreren Schritten:

  • Medikamente, um die Würmer abzutöten
  • Behandlung von Komplikationen wie Entzündungen oder Herzproblemen
  • Strikte Ruhephase während der Behandlung, um das Risiko von Embolien zu minimieren

Die Behandlung ist oft langwierig und belastend für den Hund, weshalb die Prävention oberste Priorität hat.

Fazit: Besser vorsorgen als behandeln

Sandmücken und Herzwürmer stellen eine ernste Gefahr für Hunde dar, insbesondere auf Reisen in wärmere Regionen. Mit der richtigen Vorbereitung, dem Einsatz von Prophylaxe und einer guten Reisehygiene kannst du das Risiko eines Befalls erheblich reduzieren. So steht einem entspannten und sorgenfreien Urlaub mit deinem Vierbeiner nichts im Weg.

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